Du bist VP, aber nicht im inneren Kreis - die 5 Warnsignale für Machtverlust
Du bist VP. Du hast den Titel. Du bist im Raum.
Aber irgendwann merkst du: Du bist nicht im inneren Kreis.
Entscheidungen werden nicht mit dir getroffen - sie werden dir mitgeteilt.
Deine Meinung wird gehört - aber nicht mehr gesucht.
Du bist dabei - aber nicht gestaltend.
Das ist kein Zufall. Das ist systematischer Statusverlust.
Und das Gefährliche: Es passiert schleichend. Nicht laut. Nicht dramatisch.
Bis es zu spät ist.
Die 5 Warnsignale
Warnsignal 1: Dein Feedback wird diffuser
Früher: "Du bist strategisch stark", "Du hast die Roadmap brilliant aufgebaut", "Deine Analyse war entscheidend."
Jetzt: "Du bist verlässlich", "Stabil", "Wichtig fürs Team".
Was das wirklich heißt:
"Verlässlich" = Du lieferst, aber du gestaltest nicht.
"Stabil" = Du hältst den Laden am Laufen, setzt aber keine Richtung.
"Wichtig fürs Team" = Du bist operational wertvoll, strategisch aber ersetzbar.
Das ist kein Lob. Das ist eine Kategorisierung.
Warnsignal 2: Du wirst für Execution geholt, nicht für Strategy
Früher: "Was denkst du - sollten wir das machen?"
Jetzt: "Wir haben entschieden. Kannst du das bis Q2 umsetzen?"
Du sitzt in immer mehr Status-Updates.
Du sitzt in immer weniger Strategy-Meetings.
Was das bedeutet:
Du bist von "unavoidable" zurück zu "assigned" gerutscht.
Man braucht dich, um Dinge zu liefern.
Man braucht dich nicht mehr, um Dinge zu entscheiden.
Warnsignal 3: Entscheidungen werden dir mitgeteilt, nicht mit dir verhandelt
Es gibt ein neues Org-Chart.
Es gibt eine neue Priorisierung.
Es gibt ein neues Budget-Allocation.
Und du erfährst es im All-Hands. Zusammen mit allen anderen.
Früher warst du Teil der Diskussion. Jetzt bist du Teil des Rollouts.
Das ist der klarste Indikator für Machtverlust:
Wenn die Entscheidungen, die dich betreffen, ohne dich getroffen werden.
Warnsignal 4: Neue Hires werden nicht mit dir abgestimmt
Es gibt einen neuen CRO.
Es gibt einen neuen "Senior Advisor" für den CEO.
Es gibt einen neuen "Head of Strategy".
Und du wusstest nichts davon, bis es im All-Hands verkündet wurde.
Das ist nicht böse gemeint. Das ist System-Logik:
Man fragt die Leute, deren Meinung zählt.
Man informiert die Leute, die es wissen müssen.
Wenn du informiert wirst (statt gefragt), hast du Status verloren.
Warnsignal 5: Du musst immer mehr erklären, warum dein Bereich wichtig ist
Früher: Dein Budget-Request wurde approved. Vielleicht eine Rückfrage, aber kein Verhör.
Jetzt: Du musst rechtfertigen. Mehrfach. Mit mehr Daten. Mehr Business Cases. Mehr ROI-Projektionen.
Was das wirklich heißt:
Dein Bereich wird nicht mehr als strategisch relevant wahrgenommen.
Du bist nicht mehr im "Inner Circle" der Prioritäten. Du bist in der "Nice to Have"-Zone.
Und je mehr du erklärst, desto schwächer wirst du.
Weil Erklären = Du bist im Frame von jemand anderem.
Warum das passiert (und warum es nicht deine Schuld ist)
Du hast nicht aufgehört zu liefern.
Du hast nicht an Kompetenz verloren.
Du hast vielleicht sogar mehr gearbeitet als je zuvor.
Aber:
Das System hat sich verändert. Und du hast nicht mitverändert.
Was oft passiert:
Neue Führungsebene wurde eingestellt (CEO, CRO, COO)
Neue Investoren oder Board-Member (PE, M&A)
Reorg / Umstrukturierung
Strategischer Pivot
In diesen Momenten wird Macht neu verteilt.
Wer sich positioniert, gewinnt.
Wer nur liefert, wird operational eingesetzt.
Du wurdest nicht schlechter. Das Spiel hat sich geändert.
Was sich jetzt ändern muss
Wenn du 3+ der Warnsignale erkennst, brauchst du keine neue Strategie.
Du brauchst Verhandlungsmacht zurück.
1. Stopp die Erklärungs-Spirale
Je mehr du erklärst, warum dein Bereich wichtig ist, desto schwächer wirst du.
Stattdessen:
Setze Frames: "Die Frage ist nicht, ob wir Product investieren. Die Frage ist: Wollen wir Retention oder Acquisition priorisieren?"
Positioniere dich strategisch: "Ich sehe 3 Szenarien für 2026. Hier ist meine Empfehlung."
VPs erklären sich nicht. VPs setzen Agenda.
2. Kommuniziere Anspruch (nicht Hoffnung)
Du musst nicht laut werden. Aber du musst klar werden.
Beispiele:
"Ich möchte bei der nächsten Board-Präsentation die Product-Strategy vorstellen."
"Ich sehe mich als Teil der Strategy-Diskussion, nicht nur des Rollouts."
"Wenn wir über Budget-Allocation reden, möchte ich früh involviert sein."
Das ist keine Arroganz. Das ist Positionierung.
3. Identifiziere, wo Entscheidungen getroffen werden - und komm rein
Es gibt Räume, in denen Macht verteilt wird. Und Räume, in denen sie kommuniziert wird.
Frag dich:
Wo wird Strategy diskutiert? Bist du dabei?
Wer hat das Ohr des CEO? Hast du eine Beziehung?
Welche Meetings sind "informational" vs. "decisional"? In welchen bist du?
Wenn du nur in informational Meetings bist, bist du bereits raus.
Der hohe Preis des Nicht-Handelns
Wenn du nichts änderst, passiert Folgendes:
In 3 Monaten: Du bist in noch mehr Status-Updates, noch weniger Strategy-Meetings
In 6 Monaten: Dein Budget-Request wird gekürzt oder "postponed"
In 12 Monaten: Es gibt eine Reorg. Deine Rolle wird "konsolidiert".
Stiller Statusverlust beschleunigt sich exponentiell.
Was du jetzt tun kannst
Quick-Check: Wenn 3+ der Warnsignale zutreffen, verlierst du gerade Verhandlungsmacht.
Self-Fix (30 Tage):
Mapping: Identifiziere 1 "decisional" Meeting, zu dem du eingeladen werden solltest. Kommuniziere klar, warum.
Frame-Setting: Das nächste Mal, wenn du dich erklärst - stopp. Formuliere um: "Die eigentliche Frage ist..." oder "Wir haben 3 Optionen..."
Anspruch: Sag deinem CEO/Manager in den nächsten 7 Tagen: "Ich will bei X involviert sein. Was braucht es dafür?"
Strategic Support:
Wenn du das systematisch aufbauen willst - und nicht weitere 3-6 Monate verlieren:
Für wen ist das relevant?
VPs, die merken, dass sie operational gebraucht, strategisch aber übergangen werden
Leaders, die Verhandlungsmacht zurückgewinnen wollen
Leute, die nicht warten wollen, bis der Statusverlust irreversibel ist